Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) | SYNLAB Leistungsverzeichnis
Humanmedizin
Verfahren
Analyse-Typ
Kürzel
Untersuchung
Material
Proben-Volumen
Methode
eGFR nach CKD-EPI-Formel
Bestimmung aus Serum-Kreatinin, zusätzlich CKD-EPI-Berechnung
Serum
RECH
Serum
RECH

Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)

Allgemeines

GFR-Berechnung nach MDRD-Formel:
Die Abschätzung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) über die Kreatinin-Clearance ist aufgrund von Sammelfehlern nicht selten fehlerhaft. Zudem wird bei höhergradiger Niereninsuffizienz die GFR überschätzt. Die alleinige Messung des Serum-Kreatinins ist insbesondere im Frühstadium einer renalen Schädigung ebenso unzureichend da erst bei einem Verlust der Nierenfunktion von mehr als 50% das Serum-Kreatinin über die obere Normgrenze ansteigt. Ebenso ist die Kreatinin-Konzentration u.a. abhängig von Alter, Geschlecht u. Muskelmasse. Anstelle der Kreatinin-Clearance und des Serum-Kreatinins wird zur Abschätzung der GFR von den nephrologischen Gesellschaften MDRD-Formel (Modification of Diet in Renal Disease, Kurz- und Langformel, insbesondere zur Dosisanpassung von Medikamenten) empfohlen.
GFR-Berechnung nach CKD-EPI-Formel:
Nach Erkenntnissen des NIDDKD (National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Disease) und der Chronic Kidney Disease Epidemiology Collaboration (CKD-EPI) weist die CKD-EPI-Formel eine genauere Übereinstimmungen mit der gemessenen GFR in Bereichen über 60 ml/min auf. Bei stärkerer Einschränkung der Nierenfunktion (CKD-Stadien 2-4) besteht jedoch kein signifikanter Unterschied bei der GFR-Abschätzung nach CKD-EPI- oder MDRD-Formel.
Nicht benutzt werden sollte die CKD-EPI-Formel bei Kindern, hohem Alter, Unterernährung, sich rasch ändernder Nierenfunktion, Nierenversagen oder für die Dosisberechnung toxischer Medikamente. Dafür, insbesondere im GFR-Bereich von 45-75 ml/min, ist die GFR-Berechnung mittels Cystatin-Bestimmung im Serum präziser und zu empfehlen.
GFR-Berechnung mittels Cystatin C:
Bei Stadium 1 und 2 der chronischen Nierenerkrankungen (GFR > 60 ml/min) ergibt die Abschätzung der GFR n. MDRD im Bereich > 60 ml/min relativ ungenaue Werte mit unzureichender Diskrimination. In diesem Bereich sollte die GFR aus dem Serum-CystatinC-Wert quantitativ ermittelt werden.

Stadieneinteilung der chronischen Niereninsuffizienz nach glomerulärer Filtrationsrate (nach KDOQI/KDIGO, Nat. Kidney Foundation Guidelines):

Stadium GFR Nierenerkrankung
1 > 89 normale Nierenfunktion
2 60-89 milde Funktionseinschränkung
3 30-49 moderate Funktionseinschränkung
4 15-29 schwere Funktionseinschränkung
5 < 15 chronisches Nierenversagen