Fam. Hypercholesterinämie | SYNLAB Leistungsverzeichnis
Humanmedizin
Analyse-Typ
Kürzel
Untersuchung
Material
Proben-Volumen
Methode
FHGENP
Fam. Hypercholesterinämie
Basis-Panel 1, die Untersuchung umfaßt 14 Gene Einverständniserklärung nach dem GenDG erforderlich !
PCR

Fam. Hypercholesterinämie

Allgemeines

Die familiäre Hypercholesterinämie (FH) ist eine angeborene Störung des Lipidstoffwechsels, die durch eine ausgeprägte Erhöhung des LDL-("low density"- Lipoprotein, LDL-C) Cholesterins im Plasma von Kindheit an und frühzeitige Manifestation einer koronaren Herzkrankheit charakterisiert ist. Die FH verdeutlicht die kausale Beziehung zwischen erhöhtem LDL-Cholesterin und Gefäßerkrankungen. Mit einer Prävalenz von 1:250 ist die FH eine der häufigsten genetischen Erkrankungen.
Die FH geht mit rasch fortschreitender Arteriosklerose einher; bei Männern beträgt das kumulative Risiko für eine manifeste koronare Herzkrankheit 90 Prozent bis zum 60. Lebensjahr. Die FH kann somit im Mittel zu einem Verlust von 20 Lebensjahren führen. Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Therapie kann das Atheroskleroserisiko auf das Niveau der Allgemeinbevölkerung gesenkt werden.
Die Klassifizierung einer FH gelingt annähernd phenotypisch über den LDL-Cholesterin-Wert, da genotypisch multifaktorielle Ursachen in unterschiedlichen Mutationen auf mehreren Genorten vorliegen können. Die Schwere und Kenntnis der Mutationen wirkt sich unterschiedlich auf das kardiovaskuläre Risiko aus. Daher ist die Kenntnis der vorliegenden genetischen Defekte bedeutend für die Prognose und Patientenbetreuung. Eine Abgrenzung zu anderen Formen von Fettstoffwechselstörungen dient außerdem einer mehr zielgerichteten Therapie. Ebenso ist ein Screening von Verwandten eine wertvolle Hilfestellung bei der Familienberatung.
Die häufigsten Ursachen der FH sind Mutationen des LDL-Rezeptors, in seltenen Fällen liegen der FH Mutationen des Apolipoprotein B oder des PCSK9 (Proprotein convertase subtilisin/kexin type 9) zugrunde. Eine FH ist wahrscheinlich, wenn das LDL-C 190 mg/dl übersteigt. Hinweise auf eine FH können klinische Symptome wie auch Laboranalysen sein.
Klinische Symptome: vorzeitige, vor allem koronare Manifestationen atherosklerotischer Plaques bestimmen die Prognose der Patienten. Insbesondere können eine supravalvuläre oder valvuläre Aortenstenose mit möglicher Einbeziehung der Koronarostien für die schlechte Prognose verantwortlich sein. Tendinöse und kutane Xanthome sind typische, äußerlich sichtbare Zeichen einer abnormen Cholesterinspeicherung. Bevorzugte Lokalisationen von tendinösen Xanthomen sind die Achillessehnen und die Strecksehnen der Fingergelenke, seltener die Patellar- und Trizepssehne. Außerdem sind kutane Xanthome gluteal, im Bereich der Ellenbogen, interdigital oder präpatellar charakteristisch. Häufiger, aber weniger spezifisch sind Cholesterinablagerungen in Form von Xanthelasmen und die Entwicklung eines Arcus corneae vor dem 45. Lebensjahr. Hinweise auf eine FH können auch eine frühe KHK bzw. Arteriosklerose oder positive Familienanamnese sein. Arthropathien durch Präzipitation von Cholesterinkristallen in der Synovialflüssigkeit wurden beschrieben.
Laboranalysen: Es besteht ein Verdacht auf eine FH bei:
- Cholesterinwerten über 300 mg/dl bei Erwachsenen bzw. 230 mg/dl bei Kindern oder /Jugendlichen unter 18 Jahre
- LDL-Cholesterin-Werte über 190 mg/dl bei Erwachsenen, bei Kindern unter 16 Jahren über 155 mg/dl
In diesen Fällen ist eine Gendiagnostik zur Differenzierung, bez. Bestätigung sinnvoll.

Die molekulargenetische Untersuchung analysiert als Basis-Panel 1 auf 14 Genen die häufigsten Mutationen, welche bei der Genese der FH eine Rolle spielen und gilt somit als zuverlässige Bestätigung der Verdachtsdiagnose FH.

Genort Erkrankung
LDLR Hypercholesterinämie (FH)
APOB Hypercholesterinämie (Typ B)
PCSK9 Hypercholesterinämie (HCHOLA3)
LDLRAP1 Hypercholesterinämie (ARH)
SORT1 LDL-Cholesterinstoffwechselstörung (LDLCQ6)
NPC1L1 LDL-Cholesterinstoffwechselstörung (LDLCQ7)
STAP1 LDL-Cholesterinstoffwechselstörung
APOE Hyperlipoproteinämie III
ABCG5 Sitosterolämie (STSL)
ABCG8 Sitosterolämie (STSL)
DHCR24 Desmosterolose
LIPA Cholesterinester-Speicherkrankheit (CESD)
CYP27A1 Zerebrotendinöse Xanthomatose (CTX)
DHCR7 Smith-Lemli-Opitz-Syndrom (SLOS)

Indikation

Nüchtern LDL-Cholesterin von >190 mg/dl (Kinder >155 mg/dl), positive Familienanamnese für Hypercholesterinämie, frühzeitige koronare Herzerkrankung, Xanthome

Schlüsselworte

FH

  • Patienteneinwilligung erforderlich

Verwendung in