Ammoniak | SYNLAB Leistungsverzeichnis
Humanmedizin
Analyse-Typ
Kürzel
Untersuchung
Material
Proben-Volumen
Methode
NH3
Ammoniak
EDTA-Plasma, gefroren
1 ml
PHOT

Ammoniak

Allgemeines

Ammoniak entsteht durch den zellulären Abbau von Proteinen, Purinen, Aminosäuren, Aminen und aufgrund bakteriellen Proteinabbaus im Darm. Bei normalem pH-Wert des Blutes liegen weniger als 1% des Ammoniaks in nichtionisierter Form vor. Unter alkalotischen Bedingungen steigt der nichtionisierte Anteil, es resultiert eine toxische Störung des Zentralnervensystems. Der Abbau erfolgt in der Leber durch den Harnstoffzyklus zu Harnstoff.

Präanalyse

Bei der Befundbewertung ist zu beachten, daß die Konzentration von Ammoniak infolge Zersetzung von Harnstoff laufend ansteigt. Eine valide Aussage setzt daher eine Zentrifugation der EDTA-Blutprobe innerhalb von 15 min sowie das unmittelbar anschließende Einfrieren des abgetrennten Plasmas voraus; gefroren versenden !Alternativ: unmittelbare Abgabe der Probe im Labor!

Bewertung

Erhöht bei: schwerem Leberparenchymschaden, vor allem bei fortgeschrittener Zirrhose, Leberausfallkoma, gastrointestinaler Blutung, zu hoher Eiweißzufuhr, akuten und chronischen Infekten, bei Langzeitbehandlung mit Corticosteroiden, Alkoholkonsum, Leberzerfallskoma (fulminant verlaufende Hepatitiden, schwere Vergiftung - z.B. Knollenblätterpilz, Schwermetalle), Leberausfall- bzw. -zerfallskoma, Reyes-Syndrom (akut auftretende Enzephalopathie in Verbindung mit Leberversagen, erhöhte Transaminasen ohne Ikterus), porto-cavalem Shunt (fehlende Abbaumöglichkeit durch die Leberzelle), seltenem Enzymdefekt im Harnstoffzyklus (Hyperammonämie) im Säuglings- oder Kleinkindalter;
erhöhte Werte ebenso bei nicht eingefrorenem Material oder Unterbrechung der Kühlkette !

Indikation

Diagnose und Beurteilung des Leberkomas, Differentialdiagnose komatöser Zustände, Konvulsionen, Lethargie, Enzephalopathien im Säuglings- und Kleinkindalter.

Schlüsselworte

Substrate

Verwendung in